2021 – Die Buche vom Emberg

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Ein Ereignis, das zunächst nichts mit Essen und Trinken zu tun hat, soll Thema dieses Blog-Beitrags sein und den Start ins Jahr 2022 markieren. Es passierte im Oktober 2021, und bei solch einschneidenden Momenten weiß man oft nicht genau, was man sagen soll.

In meinen bisherigen Beiträgen habe ich häufig vom Ernten auf unserem Obsthof …Ein Ereignis, das zunächst nichts mit Essen und Trinken zu tun hat, soll Thema dieses Blog-Beitrags sein und den Start ins Jahr 2022 markieren. Es passierte im Oktober 2021, und bei solch einschneidenden Momenten weiß man oft nicht genau, was man sagen soll. In meinen bisherigen Beiträgen habe ich häufig vom Ernten auf unserem Obsthof „Emberg“ im Sauerland erzählt und Fotos von Apfel-, Pflaumen- und Beerenernten gezeigt. Dieses Mal geht es jedoch um etwas ganz anderes.

Im Oktober traf uns ein kleiner Sturm, der unsere große Buche zerbrach – ein Baum mit tief verwurzelter Familiengeschichte. Mein Großvater hatte nach dem gewaltsamen Tod seines zweiten Sohnes Erich einst die Krone dieses Baumes abgesägt. Erich träumte vom Fliegen und blickte von dieser Buche weit ins Lenne-Tal. Er entschloss sich, im Zweiten Weltkrieg Pilot zu werden und meldete sich zur Musterung in Dortmund. Doch eine Bombe traf das Musterungsgebäude, und mein Großvater musste die traurige Aufgabe übernehmen, seinen Sohn zu identifizieren. Danach nahm er dem Baum die Krone – nicht aber das Leben. Aus dem Baum wuchsen sechs starke Äste, die eine neue, mächtige Krone bildeten. Doch der Kern des Baumes verfault im Laufe der Jahre, und so war es nur eine Frage der Zeit, wann die rund 80 Jahre alten Äste brechen würden. Im Oktober geschah es: Es sieht fast aus, als hätte nicht nur ein Baum, sondern ein kleiner Buchenwald dem Sturm getrotzt. Der Stamm steht nun als Mahnmal – für diesen beeindruckenden herrlichen Baum und seine Geschichte.

Veröffentlicht von Albrecht Fleischer

Senior Experte für Ernährung, Gemeinschaftsverpflegung und Food-Innovation.

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